Mittwoch, 13. Dezember 2017

Ishiguro - Kehlmann – Houellebecq, a European triad of literary fame

Writers are said to represent the conscience of their time, the finest seismographs for the tectonic shifts of the soul. The three writers mentioned above are among the greatest in their respective linguistic areas, the English, the German and the French. What conclusions can be drawn from their works with regard to the state of mind prevalent among Europeans?

Ishiguro – Kehlmann – Houellebecq. Ein europäisches Dreigestirn

Von Schriftstellern heißt es, sie seien das Gewissen ihrer Zeit, die feinsten Seismographen für die tektonischen Verschiebungen der Seele. Die drei genannten zählen zu den größten in den drei Sprachräumen, denen sie angehören: dem englischen, dem deutschen und dem französischen. Welche Schlüsse sind aus ihren Werken auf unsere Zeit, auf den Seelenzustand Europas zu ziehen?

Freitag, 18. August 2017

Huxley's Brave New World revisited

Noch während der Abfassung seines Meisterwerks schien Huxley selbst im Zweifel gewesen zu sein, wie man es zu verstehen habe. Soll man darin eine Satire sehen, eine Prophezeiung oder gar eine Anleitung für politisches Handeln? Tatsache ist, dass es bis heute keinem zweiten Autor gelungen ist, in einem Buch von teilweise phantastisch anmutender Fiktionalität die handelnden und leidenden Personen so glaubwürdig darzustellen, dass sie selbst und die sie umgebende Welt uns völlig real erscheinen. In Brave New World hat Huxley in großartigen Bildern entwickelt, was man eine ‚novel of ideas’ nennen darf, einen Roman, der in nuce die ganze Philosophie einer neuen Zeit – unserer Zeit - in sich umschließt.

Sonntag, 25. Juni 2017

Die eigentumslose Gesellschaft – von Marx zum neoliberalen Regime

Marx hat sie gewollt – der Neoliberalismus hat sie verwirklicht: die eigentumslose Gesellschaft. Allerdings ist der Begriff in sich widersprüchlich. Irgendjemand besitzt immer die Verfügungsgewalt über die physische Umwelt, d.h. den Boden, die Häuser, die Büros, Werkstätten, Fabriken, ja selbst über Flüsse, Seen und jeden einzeln Quadratmeter Wald. Mit anderen Worten: Irgendjemand ist immer Eigentümer. In diesem Sinne gibt es keine eigentumslose Gesellschaft. Der Begriff beruht auf Täuschung.

Dienstag, 23. Mai 2017

Ilija Trojanow – der Weltensammler als Populist

Am 22. Mai kam in den sieben Uhr Nachrichten von des österreichischen Kultursenders Ö1 Ilija Trojanow über sein neues Buch „Nach der Flucht“ zu Wort. Er beschrieb das Erlebnis der Befreiung, der erfüllten Wissbegierde, welche das Wandern zwischen den Welten in einem aufnahmebereiten Geist bewirkt. Schon Goethe hatte Ähnliches mit den Worten zum Ausdruck gebracht, dass ein kluger Mensch auf Reisen am meisten lerne. Man braucht jedoch nicht einmal besonders klug zu sein, um die Konfrontation mit anderen Menschen, anderen Kulturen als einen Ausbruch aus der Enge des eigenen Selbst und der Routine des Alltags zu empfinden.

Samstag, 13. Mai 2017

Unerträgliche Wahrheiten 1: Menschenflut

Eine von jenen Wahrheiten, welche offenbar als so unerträglich empfunden werden, dass man sie mit aller Kraft verdrängt, verschweigt, wenn nicht rundheraus leugnet, ist den Experten seit zweihundert Jahren bekannt. Der geweihte Priester und Ökonom Thomas R. Malthus hatte sie Ende des 18. Jahrhunderts theoretisch begründet. Die Menschen, so sagte er, vermehren sich in geometrischer Progression, während die Nahrungserzeugung allenfalls arithmetisch wächst. Anders gesagt, sei unsere Art biologisch so überaus erfolgreich, dass sie sich weit über die Tragfähigkeit des Globus hinaus vermehre. Schon damals erkannte Malthus, dass hier ein grundlegendes Problem bestand. Was er zu seiner Zeit noch nicht sehen konnte, war die Fähigkeit der auf ihn folgenden Generationen, dieses Problem auf vorläufige Weise zu lösen. Heute, zu Beginn des dritten Jahrtausends, ernährt der Globus sieben Mal so viele Menschen wie zur Zeit, als Malthus seine beklemmende Lehre verkündete.